Überraschend positiver Start ins Ausbildungsjahr 2021

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Niemand hatte es zu hoffen gewagt, doch der Ausbildungsstart nach der großen Krise geht sich besser an als erwartet. In den letzten Monaten kletterte sowohl die Zahl der Ausbildungsplatzangebote als auch die der Bewerber*innen kontinuierlich in die Höhe. Die Handwerkskammer vermeldete erfreut 13% mehr Vertragsabschlüsse als im Vorjahr, auch die IHK verzeichnet positive Zahlen. Bei den freien Berufen hat das Ausbildungsplatzangebot sogar bereits wieder Vorkrisenniveau erreicht.

Nachdem im Corona-Jahr 2020 bundesweit der niedrigste Wert seit der deutschen Wiedervereinigung mit weniger als einer halben Million Vertragsabschlüssen erreicht worden war, hatten Expert*innen befürchtet, dass sich dieser Negativtrend in diesem Jahr fortsetzen würde. Auch die Jugend war eher pessimistisch: in einer Anfang 2021 durchgeführten Bertelsmann-Studie gingen 71% der befragten Jugendlichen davon aus, dass sich ihre Chance auf einen Ausbildungsplatz coronabedingt verschlechtert hätte.

Tatsächlich aber scheint die Wirtschaft wieder positiver in die Zukunft zu blicken. In Berlin und Brandenburg sind aktuell nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit noch 13 600 offene Lehrstellen gelistet, dazu kommen mindestens 3000 weitere Ausbildungsplätze, sowie mehrere Tausend Offerten im Bereich Gesundheit/Pflege/Erziehung. Dem gegenüber stehen circa 16 300 Bewerber*innen – rein rechnerisch gibt es also für jede*n Bewerber*in einen Ausbildungsplatz in der Hauptstadt. Eine aktuelle Studie der Plattform ausbildung.de bestätigt diese Entwicklung: fast 50% aller Ausbildungsplatzsuchenden schreiben nur 1-5 Bewerbungen, bis sie mindestens eine Zusage erhalten.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass gerade kleinere Unternehmen, die oft weniger sichtbar sind oder weniger populäre Lehrstellen anbieten, mit massivem Bewerber*innenmangel zu kämpfen haben – ein Problem, dass nicht erst seit der Corona-Krise existiert. Dabei sind die Voraussetzungen gar nicht schlecht: laut Bertelsmann-Studie wollten 41% der jungen Studienteilnehmer*innen auf jeden Fall eine Ausbildung machen, weitere 36% zogen dies zumindest in Betracht. Jugendliche sehen in einer Ausbildung die Chance auf einen sicheren Job. Geld hingegen spielt bei der Ausbildungswahl eine überraschend geringe Rolle: für 83% aller Befragten der aktuellen Studie von ausbildung.de hat das Gehalt keinen oder nur einen geringen Einfluss auf die Wahl des Ausbildungsplatzes. Unternehmen können hier mit einer Übernahmegarantie punkten, auch wenn sie nach dem Corona-Jahr knapp bei Kasse sind.

Noch bis Anfang September können sich Jugendliche regulär auf offene Ausbildungsstellen bewerben, und erfahrungsgemäß gibt es auch in den ersten zwei Monaten nach offiziellem Ausbildungsstart einige Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt. Es lohnt sich also auch jetzt noch, aktiv zu werden und selbst mit einer Lehrstellen-Annonce in die Zukunft des eigenen Betriebs zu investieren! Wir wünschen viel Erfolg und einen guten Start ins aktuelle Ausbildungsjahr!

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