Wie Sie Ausbildungsabbrüche präventiv vermeiden können

Wie Sie Ausbildungsabbrüche präventiv vermeiden können
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Noch knapp zwei Monate, dann werden wieder etwa 13 000 Berliner Azubis motiviert in ihr erstes Ausbildungsjahr starten. Doch dass dieser Anfang nicht ganz leicht ist, zeigt die konstant hohe Abbrecher:innenquote der letzten Jahre: ein Drittel aller Berliner Azubis brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab, davon fast 70% im ersten Lehrjahr. Damit ist Berlin bundesweit trauriger Spitzenreiter.

Auch wenn ein Ausbildungsabbruch per se nicht unbedingt den totalen Absturz der betroffenen Jugendlichen bedeutet – die Hälfte von ihnen startet innerhalb eines Jahres in eine andere Ausbildung, 14% beginnen stattdessen ein Studium – so zieht doch jeder Abbruch negative Konsequenzen für das betroffene Unternehmen mit sich. Im Schnitt verliert ein Betrieb 7000€, plus erneute Kosten für den zusätzlichen Ausschreibungsprozess. Gleichzeitig verliert das Unternehmen eine eingearbeitete Arbeitskraft, die auch die dringend benötigte potentielle Fachkraft von morgen ist. Ein harter Schlag gerade für Klein- und Kleinstunternehmen, die sich jedes Jahr aufs Neue überlegen, ob sie eine Ausbildung finanziell stemmen können.

Dass es sich gerade in Berlin dennoch unbedingt lohnt, selbst für den eigenen Nachwuchs zu sorgen, zeigen die Prognosen der IHK Berlin: bereits jetzt fehlen der Hauptstadt 121 000 Fachkräfte, bis 2030 könnte sich dieser Mangel noch deutlich verschärfen. Gut ausgebildetes Personal, das sich mit den internen Betriebsabläufen auskennt, ist Goldstaub im Wettbewerb – und als solchen sollte ein Unternehmen seine Azubis auch betrachten.

Investieren Sie also vor Start des neuen Lehrjahres ein wenig Zeit in die Vorbereitung, um Ihrem Betrieb Ausbildungsabbrüche zu ersparen! Eine gute Prävention beginnt bereits vor Ausbildungsstart. Bieten Sie Praktika, Schnuppertage und Probearbeitstage an, um potentielle Bewerber:innen direkt kennen- und einschätzen zu lernen. Schalten Sie aussagekräftige Stellenanzeigen, in denen ein realistisches, zielgruppenorientiertes Bild Ihres Unternehmens und der Aufgaben, die zukünftige Azubis erwarten, gezeichnet wird. Investieren Sie Zeit in das Verfassen eines strukturierten betrieblichen Ausbildungsplans – dieser wird später ein wichtiger Kompass durch die Ausbildung sein. Betreiben Sie nach Vertragsabschluss ein gutes Onboarding – das kann beispielsweise eine Chefgeführte Betriebsbesichtigung sein, oder ein Willkommensfrühstück mit allen Kolleg:innen. Klären Sie intern den Stellenwert Ihrer Azubis (wir erinnern uns an den Goldstaub!) und achten Sie im Kollegium darauf, dass Ihren Lehrlingen von Anfang an auf Augenhöhe begegnet wird. Zentral ist auch die Rolle des/der Ausbilder:in. Er/Sie ist in erster Linie fachlicher und sozialer Coach der Azubis, und sollte für diese verantwortliche Aufgabe auch die zeitlichen Ressourcen im Betriebsablauf eingeräumt bekommen. Etablieren Sie eine Gesprächskultur mit regelmäßigen wertschätzenden Feedbackrunden mit Ihren Azubis. Lassen Sie sie zu Wort kommen, auch und gerade bei Problemen – nur so können Sie Konflikte gemeinsam lösen. Und wenn Sie nicht mehr weiter wissen, scheuen Sie sich nicht, externe Unterstützung anzunehmen! In Berlin gibt es eine Reihe professioneller und kostenfreier Unterstützungsangebote für Azubis, Ausbilder:innen und Betriebe. Eine Übersicht dazu finden Sie hier.

Sie wollen mehr wissen? Schreiben Sie uns in unserem Kontaktformular und buchen Sie für Ihren Betrieb unser kostenfreies eineinhalbstündiges Seminar „Ausbildungsabbrüche vermeiden – Konflikte frühzeitig erkennen und richtig anpacken“, mit vielen praxisnahen Tipps und Tricks zum Umgang mit Ihren Azubis! Den dazugehörigen Leitfaden und weitere hilfreiche Handreichungen haben wir  in unserem Infomaterial für Sie bereitgestellt.

Wir wünschen einen entspannten Start in das Ausbildungsjahr 2021!