Ausbildung in Covid-19-Zeiten: 10 Punkte Plan des DIHKs

Ausbildung in Covid-19-Zeiten: 10 Punkte Plan des DIHKs
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Unser Thema ist die duale Ausbildung in kleinen und kleinsten Unternehmen (KKU). Die Unternehmensbasis ist – Corona-bedingt und branchenabhängig – derzeit ziemlich ins Schleudern geraten und so ganz konkrete Vorhersagen, wie es mit der Ausbildung ab Herbst weitergeht, vermag derzeit wohl niemand zu treffen.

Zusammen mit den beiden JOBSTARTER plus-Projekten Schule-Betriebe interaktiv und TOP Start – mit Talent im Praktikum zur Ausbildung haben wir Berliner KKU anonym dazu befragt, wie an der Ausbildung künftiger Fachkräfte festgehalten werden kann. Rund 150 Antworten liegen uns vor und zeichnen ein in der Tendenz optimistisches Bild (die komplette Auswertung können Sie in ein paar Tagen hier auf unserem Blog einsehen).

Auch die Kammern führen Umfragen zur Thematik durch. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zum Beispiel hat aus den Ergebnissen einen 10-Punkte-Plan abgeleitet, der bestehende Ausbildungen sichern und künftige weiter ermöglichen soll. Zudem schlägt er zeitlich befristete Alternativangebote für den Fall, dass Ausbildungen nicht (mehr) möglich sein sollten, vor.

Hier die Inhalte in der Übersicht:

  1. Tun Sie alles, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden, weil Sie die künftigen Fachkräfte brauchen: Ausbildungsinhalte umstellen, Homeoffice (wo möglich) oder Einsatzbei anderen Partnern, Verbund- oder Teilzeitausbildung, überbetriebliche und virtuelle Schulungsangebote. Behalten Sie dabei die Betreuungshoheit – am Ende zählt das (Prüfungs-) Ergebnis!
  2. Berufsabhängig lässt sich das Lernen mehr oder weniger gut in den Virtuellen Bereich verlagern (alle Berufe haben entsprechende Inhalte aufzuweisen und Sie können gut auf bestehende Angebote im Netz, auch zur Prüfungsvorbereitung, zurückgreifen).
  3. Die Kammern versuchen zusammen mit der Arbeitsagentur, Azubis insolventer Unternehmen in andere Betriebe zu vermitteln. Für Letztere winken dafür sogar Fördermittel.
  4. Der DIHK schlägt vor, das Kurzarbeitergeld für Azubis von der 6-Wochen-Wartefrist zu entkoppeln, hier ist die Politik gefragt…
  5. Prüfungen lassen sich nachholen und die Akteure mögen alles dazu Erforderliche und derzeit Mögliche unternehmen.
  6. Für das neue Ausbildungsjahr eventuell geänderte Startzeiten ermöglichen und die Zeit davor für gezielte (auch online- oder telefonische) Beratung und erfolgreiches Matching (Vermitteln) nutzen. Der Focus auf eine Besetzung von Engpässen wie in der Pflege wird ausdrücklich empfohlen.
  7. Jedes Unternehmen möge sich hinsichtlich seiner Ausbildungsbereitschaft und des künftigen Fachkräftebedarfs genau die Karten legen und also keine übereilten Schlüsse ziehen…
  8. Eine verstärkte Nutzung der à Einstiegqualifizierung bietet sich an! Das spart Geld und vertieft das gegenseitige Kennenlernen, auch lassen sich damit Zeiten gut überbrücken bis zum nächstmöglichen Ausbildungsbeginn.
  9. Regional zwischen allen Akteuren des Arbeitsmarktes vorübergehend außerbetriebliche Ausbildungsanteile, zum Beispiel bei Bildungsträgern, organisieren. Später – sobald eben möglich – wieder zur dualen Ausbildung zurückkehren, sie behält ja ihre Vorteile!
  10. Wenn alles nicht richtig hilft: damit Jugendliche nicht „auf der Straße landen“, zur Überbrückung weitere Alternativen im gemeinnützigen Bereich schaffen wie ein Freiwilliges Soziales/ Kulturelles/ Ökologisches Jahr. Das Bewusstsein dafür dürfte sogar gestiegen sein.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.